Freitag, 16. Februar 2018

Liebes Umbau-Tagebuch!

Warum hast Du mir vorher nicht gesagt, wie viel Arbeit es ist, fast eine ganze Wohnung zusammen zu packen? Weißt Du eigentlich, wieviele Sachen man im Laufe der Jahre anhäuft? Nicht nur Dinge, an denen das Herz hängt, wie zB dieser Brief meines Urgroßvaters, der in der Schweiz lebte und mir offensichlich eine Paket mit Schokolade schicken wollte, der Zoll ihm aber ungeahnte Hindernisse in den Weg legte:
Nein, auch viel unnützes Zeugs, zB Telefonbücher aus dem Jahre 199/200 oder Floppy Disc. 
Floppy Disc!
Bleiben dürfen natürlich solche Dinge wie der Walkman, sogar mit Auto Reverse und wie man sieht sehr viel benutzt. Ganze Haufen von Batterien mussten damals mit in die Ferien und die Auswahl, welche Musikkassetten mit durften, war alles andere als einfach. Aber so bleiben viele Lieder untrennbar mit Erinnerungen verbunden. Ebenso bleiben darf der erste Discman: auch wenn man sich während des Abspielens nicht groß bewegen durfte, dann sprang die CD. Außerdem musste man schon laut hören, um das Drehen der CD zu übertönen und auch hier war es nicht einfach, eine Auswahl bezüglich der CDs für eine lange Reise zu treffen.

Die restlichen Dinge lassen sich da schon einfacher verstauen, denn Du hast gefordert, dass die Zimmer komplett leer geräumt werden müssen. Weil Du Dir in den Kopf gesetzt hast, das gesamte Parkett abschleifen und neu machen zu lassen. Das ganze Parkett! In allen Räumen! Während ich mit den Kindern drin wohnen bleibe! Oh man!
Was hast Du Dir bloß dabei gedacht? Aber Du hast gewusst, dass das natürlich eine gute Idee ist, va hast Du mir genug Zeit gelassen und so ist tatsächlich heute, wenn die Spediteuere nachmittags kommen, um mir zu helfen, die gepackten Sachen und Dinge in Wohn- und Esszimmer zu schleppen, alles verstaut. Und Du hast auch gewusst, dass ich mich irgendwann für eine Fußbodenbehandlung entscheide, so dass am Montag um 8 Uhr morgen die Parkett-Schleifer mit ihren schweren Geräten anrücken können, um ihren Feinstaub in der ganzen Wohnung zu verteilen.
Als "Belohnung" für die ganze Arbeit aber hast Du mir versprochen, dass einige Möbel neu angeschafft werden und auch meine Bücher ein Schickeres zu Hause bekommen. Ich nehme Dich beim Wort und bin sicher, es werden ein paar neue Lieblingsstücke dazu kommen.

Und jetzt muss ich aufhören Dir zu schreiben, denn es gibt noch viel zu tun. Der normale Alltag läuft ja weiter und hungrige Schulkinder wollen trotzdem ihr Mittagessen vorfinden, wenn sie gleich kommen. Große Kinder sind eher daran interessiert, ob das Internet auch während der Umbauphase funktioniert ... 

LG von Caro

PS: 
Kannst Du mir sagen, in welchem der 50 Kartons ich den einen Brief an die Krankenkasse reingelegt habe, der dringend noch weg muss? Und der kleinste Mitbewohner hätte auch gerne die Gaming-Mouse zur Sicherheit draußen behalten? Vielleicht weißt Du das ja.

Kommentare:

  1. so schöne Briefe sind doch ein Schatz!
    das erinnert ein ein Paket mit Schokade aus der Schweiz in den 50iger Jahren.
    So kann ich dir nur raten, die Zimmertüren während des Schleifens mit Plane richtig gut abzukleben. Es ist gruselig und der Staub ist auch nicht ungefährlich für die Lunge.
    mein Mann klopfte nur ein paar Fliesen ab für ein neues Wc, dann waren es später vier Mörteltonnen voll Bauschutt! und Staub ohne Ende...
    dennoch viel Spaß beim Renovieren...
    Grüße von Frauke

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  2. Das klingt nach viel Arbeit für die Arme (packen, schleppen) und das Herz (aussortieren, trennen). Ich erinnere mich noch gut an die Zeit, als wir mit Baby auf einer Baustelle gewohnt haben und der Baustaub mein täglicher Begleiter war. Aber es lohnt sich. Ob Umzug oder Ausbau. Und hinterher hat man immerhin ein paar gute Geschichten.
    Ich wünsche Euch gute Nerven!
    Tanja

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  3. So etwas ist mir frisch in Erinnerung. Letztes Jahr haben wir fast eine komplette Etage unseres Hauses renoviert. Man räumt viel auf, trennt sich von so manchen Sachen -> sehr gut. Die Sparbücher unserer Kinder habe ich aber anscheinend mit in den Altpapiercontainer gegeben -> das war nicht so gut :))
    Ich wünsch dir viele Nerven weiterhin
    LG Christiane

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  4. Solche Schätze, wie der Brief des Urgroßvaters (bei mir ist es ein Eintrag im Poesiealbum), sind Seele und Herz erwärmend und mit nichts aufzuwiegen!
    Respekt vor dem Renovierungsprogramm. Mir steckt mein Badumbau noch in den Knochen und nun schiebe ich den weiteren Umbau vor mir her. Für diesen Bauabschnitt, wenn er denn mal wahr werden sollte, werde ich für die schlimmste Zeit mit Katerchens ausziehen.
    Hauptsache hinterher hat man es richtig schön, oder?
    Viele liebe Grüße,
    Karin

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  5. Eigentlich hilft nur immer wieder umziehen oder ab und zu mal ein komplett Umbbau - dann muss(!) man mal wieder durch alles durch, kann sich trennen, neu sortieren.
    Es ist viel Arbeit

    ABer hinterher ist schön!!!! Darauf kannst du dich freuen.

    LG
    Zottellotte Sonja

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  6. Der Brief deines Urlis ist ja absolut etnzückend!!!
    Alles Liebe, Tanja

    (PS: Halt durch!)

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