Donnerstag, 14. Dezember 2017

Lieblingsbücher 2017


Viele von euch haben darauf bestimmt schon gewartet: 
hier kommen meine 
Lieblingsbücher 2017

Dieses Jahr ist die Anzahl der gelesenen Bücher nicht so beeindruckend wie sonst. Das liegt vor allem daran, dass sich Jugendbücher (die ich in den letzten Jahren zu Hauf gelesen habe) sehr viel schneller weglesen lassen. Stattdessen habe ich dieses Jahr bewusst ganz andere Bücher gelesen, dickere, wertvollere vielleicht, die zum Nachdenken über das eigene Leben anregen und mich stark beeindruckt haben. Der link führt wie immer zum Partner-Programm von Amazon. Falls ihr dort etwas bestellt, bekomme ich eine kleine Provision, über die ich mich natürlich sehr freue, für euch bleibt der Preis gleich. Ich sage aber ehrlich, dass ich mir wünschen würde, dass ihr gerade eure Bücher in eurer Lieblingsbuchhandlung kauft.


1. "Hier bin ich" von Jonathan Safran Foer*
Über das Scheitern einer Ehe mit drei Kindern - schonungslos, voller Wahrheiten und bitterer Erkenntnisse. 
"Erzähl mir nicht, sagte er, dass du deine Zeit und deine Gedanken nicht gern wieder für dich hättest. Du sollst ja nicht schlecht über deinen Mann oder deine Kinder reden. Wir können wohl voraussetzen, dass dir nichts anderes jemals auch nur halb so viel bedeutet hat oder dass dir nichts mehr bedeutet. Ich möchte weder die Antwort hören, die du geben willst, noch die, die du meinst geben zu müssen. Ich weiß, dass man sich gegen den Gedanken sträubt und nicht darüber sprechen mag. Aber mal ehrlich: Wärst du allein nicht glücklicher?"

2. "Ein Monat auf dem Land" von J. L. Carr*
Ein kleines Buch voller Leichtigkeit über die Liebe.
"Sie kam nur wenige Schritte näher, aber jetzt konnte ich erkennen, dass sie wesentlich jünger war als Keach, höchstens neunzehn oder zwanzig, und sehr hübsch. Nein, nicht nur hübsch, sie sah umwerfend aus. Ihr Hals war bis zum Ansatz ihres Busens unbedeckt, und ich fühlte mich augenblicklich an ein Boticelli-Gemälde erinnert - nicht an die "Venus", sondern an die "Primavera". Teils lag es an ihrem wundervollen Gesicht, teils an ihrer grazilen Art, daran, wie sie stand. Ich hatte genügend Gemälde in meinem Leben gesehen, um wahre Schönheit zu erkennen, aber niemals hätte ich damit gerechnet, ihr an diesem abgelegenen Ort zu begegnen."

3. "Das Buch der Wunder" von Stefan Beuse*
Ein modernes Märchen über die Geschwister Penny und Tom, nach dem Verlust ihres Vaters.
"Über Monate hinweg war ihr Vater immer weniger geworden, eine Fotografie, die unbemerkt verblasste, doch mit seiner Abwesenheit umzugehen war immer noch leichter, als die Abwesenheit einer Mutter zu ertragen, die alles in einen stummen Schuldspruch verwandelte. Den ganzen Tag saß sie reglos in der Wohnung. Sie sagte nichts, aber ihre Blicke gaben ihnen das Gefühl, das alles falsch an ihnen war. Jede Geste, jede Bewegung, jedes Wort."

4. "Ein wenig Leben" von Hanya Yanagihara*
Erzählt wird die Freundschaft zwischen Jude, Willem, JB und Malcolm - einer Freundschaft, die wichtiger und aufrichtiger ist als jede andere, die geprägt ist durch Liebe, Verständnis und tiefe Gefühle, selbst als sich immer mehr offenbart, was Jude als Kind ertragen musste.
"Man muss über so etwas reden, solange es noch frisch ist. Sonst macht man es nie. Ich bring dir bei, darüber zu reden, denn es wird immer schwieriger, je länger man wartet, und es wird in dir gären, und du wirst für immer glauben, dass du selbst an allem schuld bist. Natürlich stimmt das nicht, aber du wirst es für immer und ewig glauben."

5. "Was man von hier aus sehen kann" von Mariana Leky*
KÖNNT IHR BITTE ALLE DIESES BUCH LESEN????
Ich glaube, ich habe es inzwischen bereits über 10 Mal verschenkt und kann nur immer wieder betonen, wie besonders es ist.

6. "Der Club" von Takis Würger*
Ein Krimi über einen geheimen Box-Club in Camebridge.

7. "Libellen im Kopf" von Gavin Extence*
Abby leidet unter Hypomanie und findet nach einen kompletten Zusammenbruch wieder zu sich selbst.

8. "Fegefeuer" von Sofi Oksanen*
Das Leben der Bäuerin Alide vor, während und nach der russischen Besatzungszeit Estlands und der Erkenntnis, dass man vor der Vergangenheit nicht weglaufen kann.
"Alides eigene Fähigkeit, vor etwas Angst zu haben, war etwas, was der Vergangenheit angehören sollte. Sie hatte die Angst hinter sich gelassen und scherte sich überhaupt nicht um die Steinewerfer. Aber jetzt, wo ein unbekanntes Mädchen in ihrer Küche war und seine nackte Angst auf dem Wachstuch ausbreitete, konnte sie sie nicht einfach wegwischen, wie sie es hätte tun sollen, sondern sie ließ sie zwischen die Tapete und den alten Kleister schlüpfen, in die Ritzen, die dort von den versteckten und später vernichteten Fotos zurückgeblieben waren. Die Angst ließ sich nieder wie in ein wohlbekanntes Haus. So als wäre sie niemals fort gewesen. So als hätte sie nur irgendwo einen Besuch gemacht und wäre am Abend heimgekehrt."

9. "The Hate U give" von Angie Thomas*
Das wichtigste Jugendbuch des Jahres! Es handelt von Starr, die als fast einzige Schwarze auf eine weiße Privatschule geht, jedoch jeden Abend in ihr Viertel zurückkehrt. Eines Tages nach einer Party geschieht ein schreckliches Unglück und lässt sie über sich herauswachsen.
"Ich habe es immer wieder erlebt: ein Schwarzer wird erschossen, nur weil er schwarz ist, und die Hölle bricht los. Ich habe RIP-Hashtags getweetet, Bilder auf Tumblr weitergebloggt und jede Petition, die es gab unterzeichnet. Immer habe ich gesagt, wenn ich dabei wäre, wenn sowas passiert, dann hätte ich die lauteste Stimmer und würde dafür sorgen, dass die Welt erfährt, was passiert ist.
Jetzt bin ich genau diese Person und habe zu viel Angst, den Mund aufzumachen."

10. "Die Geschichte der Bienen" von Maja Lunde*
Angesichts des Insektensterbens ein ganz wichtiges Buch, um Verständnis für die Bedeutung der Bienen für die Menschheit zu schaffen. Erzählt wird auf drei Zeitebenen, mit jeweils ganz unterschiedliche Protagonisten.
"Im Jahr 2045 gab es keine Bienen mehr auf der Welt."

11. "Und es schmilzt" von Lize Spitz*
Ein psychologisch ungemein ausgeklügeltes Familiendrama in einem kleinen Dorf in Flandern.

12. "Alles über Heather" von Matthew Weiner*
Perfekt übersetztes Kleinod, wie ein Außenseiter eine vermeintlich perfekte Familie bedroht.

13. "Die Farbe von Milch" von Nell Leyshon* 
Mary, recht ungebildet, tritt eine neue Stelle an. Hat man sich erst einmal an den Stil des Buches gewöhnt, hat es eine rauhe Schönheit.
"Das Schreiben dauert lange. Jedes Wort muss buchstabiert und eins nach dem anderen aufs Papier geschrieben werden und wenn ich fertig bin muss ich es noch einmal anschauen um zu überprüfen ob ich die richtigen Ausdrücke gewählt habe. Und was ich sagen will. Und warum ich es sage. Und es dauert länger dass ich etwas hinschreibe was passiert ist als es gedauert hat dass es passiert."

14. "Sie mich an" von Mareike Krügel*
Über das Selbstverständnis einer Mutter und ihrer Bedeutung in der Familie, als sie ein "Etwas" in ihrer Brust ertastet und sich fragt, wie es weitergehen soll.

15. "Raumpatrouille" von Matthias Brandt*
Von der Kindheit, wenn der Vater Willy Brandt heißt.

16. "Ich Eleanor Oliphant" von Gayle Honeyman*
Eleanor, Ende dreißig, findet sich recht normal, obwohl sie regelmäßig am Wochenende zwei Tage durchgehend betrunken ist und ihre einzige Hass-Verbündete ihre Mutter ist. Eine plötzlich überraschend auftretende Verliebtheit in einen Star bringt sie dazu, sich endlich ihrer Vergangenheit zu stellen, die sie so lange verdrängt hat.
"Stets habe ich den allergrößten Wert darauf gelegt, allein zurechtzukommen. Ich bin eine Einzelkämpferin, die letzte Überlebende. Ich bin Eleanor Oliphant. Ich brauche niemanden sonst. Es gibt keine große Leere in meinem Leben, kein fehlendes Puzzleteil, das mich vervollständigen würde. Ich bin mir selbst genug, ein kleines Elementarteilchen. Das habe ich mir zumindest immer eingeredet. Bis gestern Abend, als ich der Liebe meines Lebens begegnet bin."

Ich hoffe, ihr könnt noch den ein oder anderen Tipp für eure Geschenke oder Wunschzettel mitnehmen!

LG von Caro

*amazon Partner-link

Kommentare:

  1. "Was man von hier aus sehen kann" steht ganz oben auf meiner Wunschliste und falls ich es nicht zu Weihnachten bekomme, kaufe ich es mir sofort selber... und "Eleanor Oliphant" habe ich verschlungen!
    Da sind noch einige Bücher für mich dabei.....
    Liebe Grüße
    Gabi

    AntwortenLöschen
  2. Liebe Caro,
    Du bist meine Nummer Eins, wenn ich ein neues Buch suche für mich oder verschenken will an gute Freunde. Danke dafür.
    Viele liebe Grüße, Synnöve

    AntwortenLöschen